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Ist Wandern eine Sportart? 7 Argumente, die dafür sprechen

Wenn wir uns gelegentlich mit Bekannten über das Thema Wandern unterhalten, sind unsere Gesprächspartner oft überrascht, dass wir das Wandern als einen Sport bezeichnen. Erzählen wir ihnen allerdings Geschichten davon, wie wir nach stundenlangem Bergaufgehen verschwitzt am Berggipfel angekommen sind, so überzeugt das dann doch den einen oder anderen.

Fügen wir dann noch hinzu, dass wir uns extra für bestimmte Touren robuste Wanderstiefel, Wanderstöcke und teils Stirnlampen (falls es mal spät werden sollte) zulegen, kommen meist keine weiteren Einwände.

Das ist ein schönes Gefühl, denn wir sind stolz auf unsere Sportart. Es gibt allerdings auch noch Kandidaten, die selbst die vorherigen Argumente mit einer Handbewegung beiseite wischen. Kommen diese seltenen Momente vor, wird unser Kriegerinstinkt geweckt und es heißt: Challenge accepted! (Herausforderung angenommen) In diesem Artikel haben wir all unser Wissen zum Thema aufgelistet, um eine unbestreitbare Antwort zu liefern. Falls du nicht genügend Zeit für die durchaus interessanten Streitpunkte hast, gibt es jetzt die Kurzantwort auf die Frage “Ist Wandern eine Sportart?”.

Wandern ist eine Sportart, denn sie gehört zu einer menschlichen Betätigung, die der körperlichen Beweglichkeit dient. Die Ausführung des zügigen Gehens verbessert die körperliche Fitness und erhöht die motorischen Fähigkeiten des Menschen. Der Wettkampfaspekt des Wanderns wird dabei durch bestimmte Unterarten wie das Sportwandern verkörpert.

Diese doch sehr trockene Antwort ist eventuell nicht ganz, was du suchst oder du interessierst dich einfach für die Einzelheiten. In beiden Fällen haben wir im Folgenden 7 Kategorien für dich aufgelistet, in denen wir dafür argumentieren, dass Wandern eine Sportart ist.

#1 Ausrüstung

Wie bei jeder anderen Sportart auch, verwendet man auch beim Wandern eine passende Ausrüstung. Beim Sportschwimmen ist es zum Beispiel die moderne Schwimmbrille und eine Nasenklammer. Beim Gewichtheben ist es der Gewichthebergürtel. Und beim Wandern sind es eben die Wanderstiefel, der Wanderrucksack und die Wanderstöcke – um nur einiges zu nennen. Diese Utensilien können den Unterschied machen, ob du sicher an das Ziel deiner Reise kommst und dabei noch Spaß hast oder dich vor jedem neuen Schritt fürchtest, weil deine Schuhe nicht genug Grip haben, um dir Sicherheit zu garantieren.

Wenn du auf deiner Tour mit einem guten Wanderrucksack ausgestattet sein möchtest, können wir dir folgendes Modell empfehlen:

Unsere Empfehlung

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Eine kleine Anekdote: Erst neulich kam es zu einem Vorfall, den wir so nicht erwartet hatten. Bei einer gut vorbereiteten Wanderung klagte einer unserer Wanderkollegen über Schuhprobleme. Obwohl er gute Wanderschuhe trug, schien etwas nicht zu stimmen. Wenig später löste sich die Sohle vom restlichen Schuh!

Zum Glück waren wir bereits kurz vor der Ankunft am Ausgangsort, so konnte der Oberschuh mittels der langen Schnürsenkel notgedrungen an der Schuhsohle befestigt werden. Im Anschluss fragten wir ihn, was es damit auf sich habe. Er meinte, dass die Schuhe zwar von hoher Qualität seien, er sie jedoch von seinen Eltern übernommen habe und sie deshalb einfach ihr Ablaufdatum erreicht hätten.

Was wir dir mit dieser kleinen Geschichte sagen wollen, ist, dass du stets sicher gehen solltest, dass deine Ausrüstung noch in einem guten Zustand ist. Passiert dir etwas Ähnliches wie das aus der Geschichte am Anfang einer Wandertour, so brauchst du erst gar nicht weiterlaufen und kannst dich auf den Rückweg machen.

#2 Kalorienverbrauch

Während bei Geistessportarten wie Schach nur das Gehirn gefordert wird, belasten körperliche Sportarten viele Muskeln. Das lässt den Kalorienverbrauch stark ansteigen. Beim Wandern macht sich dieser Effekt besonders bemerkbar. Unglaubliche 600 kcal können so pro Stunde verbrannt werden.

Diese Spitzenzahl ist allerdings nur mit einer starken Steigung des Berges zu einem hohen Gehtempo zu erreichen. Und dennoch, solch hohen Werte findet man sonst in den wenigsten Sportarten. Um einen Vergleich zu geben: Kampfsportarten, Schwimmen oder Fußball liegen im stündlichen Verbrauch zwischen 300 bis 400 kcal.

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#3 Zeit

Natürlich kann man so ziemlich jede Sportart so lange ausführen, bis man völlig erschöpft ist. Geht man aber mal von der durchschnittlichen Zeit aus, die für die jeweilige Aktivität verbraucht wird, so liegt Wandern da ganz weit vorne. Beispiele gefällig? Gerne! Joggen: Maximal eine Stunde. Ein Fußballspiel: 90 Minuten. Das Training im Fitnessstudio: 45-90 Minuten. Beim Wandern hingegen handelt es sich fast immer um eine Ganztagestour.

So wird meistens ein Intervall gewählt, bei dem man ca 2 Stunden lang wandert und dann eine gemütliche 20 minütige Pause einlegt. Dann geht es auch schon weiter. Bis zum Gipfel kann es, je nach Schwierigkeitsgrad der Strecke, bis zu 4 bis 5 Stunden dauern. Bei Ungeübten kommt es sogar häufiger mal vor, dass sie sich so sehr mit der Zeit verschätzen, dass sie erst im Dunkeln zurück zum Ausgangsort kommen. Aus diesem Grund empfehlen wir auch immer, eine helle Taschenlampe oder noch praktischer: Eine Stirnlampe mitzuführen. Dies stellt sicher, dass man selbst in der Dunkelheit noch sichere Tritte und Griffe findet.

Aber selbst, wenn die Tour mal keinen ganzen Tag andauert, werden meistens trotzdem so 3-5 Stunden beansprucht. Das heißt, Anstrengung ist in jedem Fall vorprogrammiert. Und das bringt uns auch schon zu unserem nächsten Punkt: Anstrengung.

#4 Anstrengung

Wer von uns hat diesen Moment nicht erlebt: Man geht einer körperlichen Aktivität nach und ist zum Teil am Ende völlig erschöpft. Nach einer Zeit von ca 15-20 Minuten ist aber meistens wieder alles im Lot. Ganz anders kann es beim Wandern aussehen. Nach einer anstrengenden Tour freut man sich zwar noch über das leckere Essen in einem Gasthaus und spricht über die tollen Erlebnisse, aber danach ist allerdings auch Schluss mit Lustig.

Die meisten Menschen wünschen sich im Anschluss nämlich nur noch komplett zu entspannen und keinen weiteren Schritt mehr gehen zu müssen. Natürlich ist das auch der Zeit zu verdanken, die man mit dem Wandern verbracht hat. Wie wir im vorherigen Punkt festgestellt haben, liegt Wandern, was die Zeit angeht, weit vor den anderen Sportarten. So könnte man argumentieren, dass die anderen Sportarten den gleichen Effekt hätten, wenn man sie nur lange genug ausführt.

Das streiten wir auch gar nicht ab. Fakt ist allerdings, dass sie nie so lange betrieben werden. Das kann den Grund haben, dass einem zu schnell langweilig wird oder man das Training ganz einfach gar nicht für längere Zeitabschnitte designt hat. Beides sind also Gründe, die ihre Berechtigung haben, aber keiner davon kann bestreiten, dass Wandern insgesamt gesehen am anstrengendsten ist.

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#5 Variationen

Wandern hat viele unterschiedliche Variationen. Und wenn wir sagen viele, dann meinen wir sehr viele. Von Bergwandern über Weit- und Fernwandern über Winterwandern, Barfußwandern, Nacktwandern und Sportwandern ist alles dabei. Das waren übrigens noch nicht alle Arten. Auf die zuletzt genannte Variation wollen wir aber noch einmal kurz spezifisch eingehen.

Denn das Sportwandern hat das Wort Sport ja bereits im Namen. Wer könnte also abstreiten, dass es sich beim Wandern um eine Sportart handelt? Beim Sportwandern wird übrigens eine Strecke von ca 35 bis 40 km begangen. Es handelt sich dabei um organisierte Märsche von Teilverbänden des Internationalen Volkssportverbandes (IVV).

#6 Auswirkungen auf die Motorik

Ein wesentlicher Aspekt, der eine Sportart beschreibt, ist die Verbesserung der Motorik. Die koordinierten Bewegungen des menschlichen Körpers werden beim Wandern einer guten Prüfung unterzogen und verbessern sich so stetig. Sei es, wenn man sich einen sicheren Tritt suchen oder auch die richtige Technik beim Bergabwandern anwenden muss. Selbst wenn man Wanderstöcke nutzt und sich somit etwas mehr Stabilität zu nutze macht, so wird trotzdem die Koordination zwischen Armen und Beinen verstärkt.

#7 Auswirkungen auf die Gesundheit

Zum Abschluss unserer “kleinen” Diskussion kommen wir auf die Gesundheitsaspekte zu sprechen. In unserem Artikel zu “Wie gesund ist Wandern?” gehen wir übrigens sehr ausführlich auf dieses Thema ein. Deshalb schneiden wir dieses Thema hier nur kurz an. Im wesentlichen verbessert jegliche Form der körperlichen Aktivität unsere Gesundheit. Umso mehr wir uns bewegen, desto gesünder sind wir also meistens – natürlich hat alles seine Grenzen. Wie wir bereits in Punkt 3 auf unserer Liste festgestellt haben, nimmt Wandern viel Zeit in Anspruch. Es ist also schon allein deshalb prädestiniert dafür, eine Sportart zur Verbesserung der Gesundheit zu sein.

Aber auch die Art wie man sich bewegt, hat eine Auswirkung darauf, wie effektiv die jeweilige Aktivität ist. Der Vorteil beim Wandern ist, dass es sehr viel Variation innerhalb einer Tour gibt. Mal geht es bergauf und der Körper wird stärker belastet. Mal geht es aber auch eine gerade Strecke entlang und man kann sich wieder etwas entspannen.

Oder es geht Bergab und der Körper wird wieder etwas anders belastet. Regelmäßigen Pausen helfen übrigens ebenfalls dabei für eine Variation der Anforderungen zu sorgen. So sind sie nützlich um den Körper nicht zu überlasten und sich gut vorbereitet einem neuen Streckenabschnitt zu widmen. Insgesamt herrscht also ein sehr gutes Gleichgewicht zwischen Belastung und Entlastung – die perfekte Mischung für optimale Ergebnisse.


Wir hoffen, dass wir dir mit diesem kleinen Artikel unsere Lieblingssportart Wandern etwas näher bringen konnten. Außerdem haben wir alle wichtigen Informationen zusammengetragen um dich davon zu überzeugen, dass es sich beim Wandern um einen Sport handelt.

Vor allem ist es uns aber wichtig, dass wir dir mitgeben können, wie überaus gut es tut, zu wandern. Nicht nur deine Gesundheit verbessert sich durch regelmäßiges Wandern, sondern auch deine motorischen Fähigkeiten werden geschult. In diesem Sinne, viel Spaß bei deiner nächsten Wanderung und bis zum nächsten Mal!

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