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Lagerfeuer machen in 4 Schritten

Das Feuer fasziniert den Menschen seit Millionen von Jahren. Wissenschaftler sind sich heute einig, dass es ohne das Feuer, den heutigen Menschen nicht gäbe. Feuer sei demnach maßgeblich für die geistige, körperliche und kulturelle Entwicklung des Urmenschen verantwortlich gewesen.

Hunderttausende von Jahren dauerte es, bis der Urmensch lernte, wie er selbst Feuer entfachen konnte. Es war ein Meilenstein in der Geschichte der Menschheit, der zahlreiche Vorteile mit sich brachte. Feuer bot nicht nur einen natürlichen Schutz vor Tieren, sondern spendete auch Licht und Wärme, sowie die Möglichkeit zu kochen und noch vieles mehr.

Ein Feuer zu machen, ist gar nicht so einfach wie man denkt. Mit den richtigen Tipps und Techniken ist das Feuer machen, auch ohne Feuerzeug oder Streichhölzer, gar kein Problem. Wie das geht und wie du zum Feuer Experten wirst, zeigen wir dir in unserem Beitrag.

1.Finde den richtigen Platz

Zu allererst musst du eine geeignete Feuerstelle finden. Wenn dein Camping Ort ausgewiesene Feuerstellen besitzt, solltest du diese nutzen. Solltest es keine geben, bist du gezwungen, deine eigene Feuerstelle zu bauen.

Am besten suchst du dort, wo sich keine brennbaren Materialien in unmittelbarer Nähe befinden. Halte am besten einen Abstand von 3 Metern zu brennbaren Materialien ein und Achte darauf, dass der Boden feuerfest ist. Funken können schnell ein unkontrolliertes Feuer entfachen, vor allem an trockenen und heißen Tagen.

Auch solltest du nicht direkt unter einen Baum ein Feuer machen, da er durch die konstante Hitze des Feuers selber Feuer fangen könnte. Suche am besten Steine, mit denen du deine Feuerstelle begrenzen kannst, um ein unkontrolliertes Ausbreiten des Feuers zu vermeiden.

Wir wollen ja nicht gleich den ganzen Wald abfackelst, wie das traurigerweise jährlich im Amazonas in Brasilien der Fall ist. Auch dein Zelt solltest du nicht zu nah am Feuer aufstellen. Der Wind in Kombination mit den Funken könnten schnell dafür sorgen, dass dein Zelt ein paar unschöne Löcher besitzt.

2.Sammle Holz

Bevor es ans Eingemachte geht, musst du unbedingt genügend Holz sammeln. Dabei brauchst du grundlegend drei Arten von Holz: Zunder; Anzündholz und Brennholz. Damit hast du alles beisammen, um ein schönes warmes Lagerfeuer zu machen.

Zunder sind leicht brennbare Materialien, die zum Feueranzünden verwendet werden. Es fängt sehr leicht Feuer, aber brennt auch sehr schnell ab. Daher benutzt man Zunder ganz am Anfang, um ein Feuer zu entfachen. Materialien wie trockene Blätter, trockene Rinde, Holzspäne und trockenes Gras können beispielsweise als Zunder dienen. Doch was machst du, wenn es draußen geregnet hat und alles nass ist? In dem Fall ist es von großem Vorteil, wenn du deinen eigenen Zunder mit im Gepäck hast. Dies könnten beispielsweise Zündstäbchen, verpackte Holzspäne oder trockene Materialien sein, die du schon vorher aufgesammelt hast.

Bist du schon länger unterwegs, hast deine Zunder schon alle aufgebraucht und in deiner Nähe befindet sich nichts brauchbares? Dann könntest du deine Kartoffelchips als Zunder benutzen. Auch Tortilla Chips eignen sich, durch ihren hohen Fettanteil, hervorragend als Zunder.

Denk also daran, deinen eigenen Zunder mitzubringen, denn besonders bei schlechtem Wetter, kann dir das, das Leben retten.

Der Zunder brennt wie schon oben erwähnt sehr schnell ab. Daher brauchst du etwas, das deine Flamme am Leben hält. Dafür am besten geeignet ist daher etwas leicht brennbares – wie in etwa dein gesammeltes Zündholz.

Das Zündholz besteht aus kleinen Zweigen und Ästen. Entscheidend dabei ist, dass du nicht zu dicke Materialien verwendest. Deswegen solltest du darauf achten, dass deine Stöcker und Äste nicht dicker sind als ein Bleistift. Aber warum solltest du eigentlich keine dickeren Äste verwenden?

Das hat den Grund, dass du anfangs eine kleinere Flamme hast und dickere Materialien bei der Hitze noch nicht so schnell anbrennen und vielmehr dafür sorgen, dass dein Feuer erstickt wird. Bei schlechtem Wetter und feuchten Ästen solltest du versuchen die feuchte Rinde mit einen Taschenmesser abzuschaben.

Sobald die Flamme größer und wärmer geworden ist, benötigst du Brennholz. Das ideale Brennholz besteht aus Ästen die in etwas so breit sind wie dein Unterarm. Zu dicke Äste benötigen zu lange um Feuer zu fangen. Verwende also nur maximal unterarmgroße Äste.
Noch ein kleiner Tipp am Rande: Beim Sammeln von Holz allgemein, solltest du nach Holz Ausschau halten, dass schon etwas länger herumliegt. Dieses Holz ist meistens schön getrocknet und die erkennst du daran, dass sie schneller brechen, als frisches Holz. Feuchtes Holz erschwert euch nämlich die ganze Arbeit.

3.Bereite dein Feuer vor

Der richtige Aufbau ist von großer Bedeutung für dein perfektes Feuer. Wenn es geregnet hat und der Boden nass ist, solltest du erstmal eine Trennvorrichtung aus Stöckern bauen. Dazu nimmst du kleine Äste und legst sie längs auf den Boden.

So als würdest du einen Teppich aus kleinen Ästen bauen. Darüber legst du jetzt noch eine Schicht aus Stöckern genau waagerecht zu deiner ersten Stockschicht. Auf den Stockschichten legst du großzügig dein Zundermaterial rauf. Forme über deinen Zunder nun das Zündholz (in Pyramidenform) und lasse eine Öffnung frei, damit du später den Zunder mit einem Feuerzeug oder einen sonstigen Anzünder anzünden kannst.

Die Öffnung machst du am besten da, wo der Wind die Möglichkeit hat, hineinzuwehen. Schaue von wo aus der Wind weht und richte die Öffnung danach.

4. Entfache das Feuer

Stelle dich nun mit dem Rücken gegen den Wind und versuche das Feuer mit deinem Anzünder zu entfachen. Du solltest versuchen das Feuer möglichst weit unten zu entfachen. So kannst du dein Streichholz beispielsweise anzünden und unter den Zunder legen, damit das Feuer schön von unten nach oben brennt.

Nun sollten die ersten kleinen Flammen entstehen. Jetzt solltest du versuchen das Feuer anzuheizen, indem du regelmäßig und so lange wie möglich alle paar Sekunden langsam gegen die Glut pustest. Die Glut befindet sich eher weiter unten von deinem Konstrukt. Das alles tust du um deinem Feuer Leben einzuhauchen.

Ein Feuer braucht Sauerstoff, um zu brennen. Dies solltest du solange machen bis dein Zündholz anfängt, stabil zu brennen. Sobald das geschehen ist, solltest du anfangen, einige Stücke Brennholz wie eine Pyramide um das Brennholz aufzustellen.

Solltest du merken, dass das Brennholz nach einiger Zeit nicht anfängt zu brennen, dann solltest du das Brennholz in einer anderen Position aufstellen.

Sobald das Feuer größer und größer wird, kannst du dich wieder ein wenig entspannen, denn das Feuer geht dir so schnell nicht wieder aus. Jetzt musst du nur noch dafür sorgen, dass dein Feuer am Leben bleibt. Dazu reicht es ab und zu ein paar Stückchen Brennholz reinzuschmeißen.

Wie machst du aber Feuer, wenn du kein Streichholz oder Feuerzeug zur Verfügung hast? Das ist gar nicht mal so einfach, aber mit der richtigen Technik ist das gar kein Problem. Immerhin haben es damals auch die Urmenschen geschafft, Feuer zu machen.

Die folgende Technik ist sehr trickreich. Um ein Feuer nur mit den Werkzeugen der Natur zu machen, musst du nach Material für deinen Feuerbohrer suchen. Suche nach einem Ast den du leicht anspitzt mit deinem Messer.

Die Form sollte etwa einem Bleistift ähneln, dessen Ende abgeschnitten wurde. Damit hast du schonmal deine Spindel fertiggestellt. Dann suchst du nach einen etwa Unterarm großen Holzstück und bearbeitest es mit deinem Messer so, dass eine Seite so flach wie ein Tisch ist.

Nun zur Technik. Die Technik funktioniert vom Prinzip her folgendermaßen: Du bohrst die Spindel auf dein Holzstück in einem 90° Winkel und versuchst mit bloßer Reibungskraft Funken zu erzeugen, die du dann zum Anzünden deines Lagerfeuers benutzt.

Jedoch kannst du mit purer Muskelkraft nicht genügend Reibung aufbringen, um Funken hervorzubringen. Um genügend Reibungskraft zu erreichen brauchst du noch eine weitere Vorrichtung. Suche dir dazu noch einen dünnen und langen Stock (etwa so groß wie dein ganzer Arm), den du als Bogen verwenden kannst.

Vom oberen bis zum unteren Ende bindest du eine Schnur (bspw. Deine Schnürsenkel). Nun legst du wie schon oben erwähnt, die Spindel auf dein Holzstück in einem 90° Winkel und versuchst mit bloßer Reibungskraft ein Feuer zu entfachen.

Zur Hilfe nimmst du deinen Bogen mit dem Schnürsenkel und bewegst den Bogen so schnell wie möglich auf der Spindel hin und her. So als würdest du auf einer Geige spielen mit einem extrem schnellen Tempo.

Achte dabei darauf, dass du die Spindel so stark wie möglich auf das Holzstück drückst. Als Hilfe könntest du dafür ein zusätzliches Holzstück nehmen, damit du fester drücken und damit auch mehr Reibung erzeugen kannst. Am besten nimmst du dir eine zweite Person zur Hilfe.

Von der Spitze der Spindel sollten bei genug Reibung kleine glühende Späne abfallen. Mit diesen heißen Spänen versuchst du dein Zunder anzuzünden und gehst genauso vor wie oben schon beschrieben. Vergiss nicht, mit Pusten dein Feuer anzuheizen und schon solltest du bald vor einem warmen gemütlichen Feuer entspannen können.

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